NFL Newsletter – Die Offseason wird wieder spannend!

NFL News

Gemäss einem Memo, dass die NFL an die Teams verschickt haben soll, wird mit Trainingscamps ab ca. Mitte Juli gerechnet. Dies soll helfen, einige Trainingstage nachzuholen, die durch den Coronavirus verloren gegangen sind.

AFC

AFC EAST

Buffalo Bills (Sebastian, @seppmaster56)

Für Schlagzeilen sorgte in der vergangenen Woche Rookie Quarterback Jake Fromm. Die Ursache dafür war der Screenshot einer Nachricht von 2019, wo der diesjährigen Fünftrundenpick schrieb: „Guns are good. … They need to let me get suppressors. … Just make them very expensive so only elite white people can get them haha.” Für diese Aussage bekam Fromm viel Kritik, entschuldigte sich aber noch am selben Tag, als die Nachrichten veröffentlicht wurden. Auf Twitter schrieb er: „Ich bedauere es sehr, dass ich diese Worte ‚elite white people‘ in einer Textnachricht benutzt habe. Zwar wollte ich damit nie sagen, dass ich eine ‚elite white person‘ bin, aber es gibt keine Entschuldigung für meine Worte und ihre Bedeutung. Besonders jetzt ist es Zeit für Unterstützung und Zusammenhalt und ich stehe zu 100% gegen Rassismus.“

Zudem entschuldigte sich Fromm bei allen Spielern für seine Äußerungen. Ob die Spieler jedoch diese Entschuldigung annehmen, wird sich zeigen. Aufgrund der Kritik von Mario Addison und Tre’Davious White an Drew Brees kann man zumindest zweifeln, dass Fromm im Team rehabilitiert ist. Damit wird es also an ihm liegen, diese Äußerungen durch seine Interaktion mit den Mitspielern zu widerlegen.

Gute Nachrichten gab es hingegen von Josh Allen. Der Starting Quarterback wurde von den Fans zum besten Quarterback in der Geschichte der University of Wyoming gewählt. Der 7th Overall Pick von 2018 ist der höchste gepickte Spieler der Universität, was mit Sicherheit eine wichtige Rolle bei seiner Wahl gespielt hat.

Miami Dolphins (Jessica, @footballjessy)

Nachdem Siebtrunden-Pick Malcolm Perry (Running Back & Wide Receiver) kürzlich seinen Rookie-Vertrag unterschrieb, sind nur noch 3 Rookies ohne Unterschrift…3 wichtige:

Austin Jackson (Offensive Tackle), Noah Igbinoghene (Cornerback), Robert Hunt (ebenfalls OT), allesamt in den Top 40 im Draft gewählt. Allerdings ist die Unterschrift nur eine Frage der Zeit.

New York Jets (Basti, @GGG_Basti)

New England Patriots (Lukas, @FichtenMoped_W)

Seit dem 6. Juni dürfen Bill Belichcik und sein Coaching Staff eigentlich wieder in den Team-facilities in Foxborough ihrer Arbeit nachgehen. Wie der „Pats Pulpit“-Blog von „SBNation“ berichtet, haben Bill und seine Assistenten allerdings keine Eile die Team-Räumlichkeiten wieder zu beziehen und arbeiten auf absehbare Zeit weiterhin im Home-Office.

In die Natur zieht es hingegen die Wide Receiver und Quaterback-Rooms des Teams. Wie von mehreren Quellen berichtet wird, hat Jarrett Stidham seine Kollegen zum Wurftraining eingeladen um zusammen mit Ersatz-QB Brian Hoyer und den Receivern Damien Byrd und Julian Edelmann ein paar Bälle zu schmeißen. Auch Mohammed Sanu und N’Keal Harry wurden bereits dabei gesichtet, wie sie sich individuell auf die Saison vorbereiten. Ein klein wenig Bewegung ist also schon wieder drin in New England.

AFC North

Baltimore Ravens (Jonas, @simon19481)

Cincinnati Bengals (Olli, @The_Wall13)

In dieser Woche gab es eine traurige Meldung für die älteren Fans der Bengals. Ken Riley verstarb am 7. Juni im Alter von 72 Jahren.

Riley kam 1969 zu den Bengals und wurde nachdem der bei Florida A&M auf dem College noch Quarterback gespielt hatte, von Headcoach Paul Brown zum Cornerback umfunktioniert. Er spielte bis 1983 ununterbrochen bei den Cincinnati Bengals und fing in der Zeit 65 Interceptions. Als er zurücktrat hatten nur drei Spieler mehr gefangen: Die Hall of Famer Dick “Night Train” Lane, Emlen Tunnell und Paul Krause. Riley zeigte sich etwas enttäuscht, dass er nicht in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Er wurde nie in den Pro-Bowl berufen, war aber ein dreimaliger All-Pro, auch in seinem letzten Karriere-Jahr in dem er mit 8 Interceptions nochmal an seinem persönlichen Rekord von neun aus dem Jahr 1976 kratzte, was bis 2005 der Franchise Rekord war. Zudem fing er zweimal drei Interceptions in einem Spiel, was bis heute geteilter Franchise Rekord ist. Er hat zudem 18 Fumble Recoveries und 5 Touchdowns zu verbuchen.

Cleveland Browns (@piefke_96)

Nachdem in Louisville, Kentucky David McAtee bei Protesten von Polizisten erschossen wurde, hat Browns Defensive End Myles Garrett (24) der Familie des Verstorbenen seine Hilfe angeboten. „Wenn mich jemand mit der Familie in Kontakt bringen kann, werde ich mich um alles kümmern, was sie brauchen“, ließ Garrett via Twitter verlauten.

Die NFL gestattet es Coaches wieder das Trainingsgelände ihrer Teams zu betreten. Head Coach Kevin Stefanski (38) nimmt diese Möglichkeit mit einigen seiner Assistenten seit dem 6. Juni wahr.

Pittsburgh Steelers (Andreas, @Kaliba1893)

Die Pittsburgh Steelers durften seit Freitag wieder in ihre Einrichtungen zurückkehren. Es gab auch die ersten virtuellen Team-Meetings, wo organisatorische Fragen geklärt worden sind. HC Mike Tomlin erklärte es sei eine Frage der Mentalität des Teams und des Trainerstabes wie man mit der jetzigen Herausforderung umgeht. Er sagte auch die ganze NFL sei von den Problemen aufgrund der Pandemie betroffen und man könnte durch eine gute Organisation einen Vorteil gegenüber anderen Teams herausholen.

Da die Teams ihre Trainingscamps zuhause durchführen müssen, werden die Steelers Ihres im Heinz – Field abhalten. Dafür bekamen sie auch die Erlaubnis die Kabinen der Pittsburgh Panthers, dem ansässigen College Football Team welches auch ihre Heimspiele im Heinz – Field austrägt, zu nutzen. Ursprünglich war das Trainingscamp am St.Vincent College in Latrobe, Pennsylvania zu veranstalten.

AFC South

Houston Texans (Toffi; @TexansNationDACH)

Letztens noch von der Free Agent Verpflichtung Timmy Jernigan geschrieben. Der gute hat sich entschieden nicht für Houston zu spielen. Er teilte dies auf Instagram mit. Er ist zum Physical noch nicht angetreten. Man trennte sich einvernehmlich.

Special Teams Coach Brad Seely retired nach 31 Jahren Coaching in der NFL. Er kam 2018 ins Team und es stellte sich sofort eine Steigerung des Spezialteams ein. Er holte in seiner Karriere 3 Super Bowl Titel mit den Patriots.

Kandidaten für seine Nachfolge sind Tracy Smith (Special Teams Assistant unter Seely in Houston), Keith Burns (Special Assistant Coach LA Chargers), Maurice Drayton (Special Assistant Coach Green Bay), Ryan Ficken (Special Assistant Coach Vikings).

Aufgrund der aktuellen Lage gehen ich davon aus das man vorerst mit der In-House Lösung Smith gehen wird.

Offseason

Es wird dieses Jahr kein Joint Practice mit anderen Teams geben und ab dem 5. Juni durften Coaches wieder in ihre Büros.

Offfield

Alle Meetings für den 9. Juni wurden abgesagt um Spielern und Staff die Möglichkeit zu geben der Beisetzung von George Floyd beizuwohnen. Floyd wurde in Houston geboren. HC O´Brien plant teilzunehmen.

An friedlichen Protesten in Houston nahmen u.a. Deshaun Watson und Andre Johnson teil.

Indianapolis Colts (@ColtsNewsGER)

Wie jüngst bestätigt wurde ist die gesamte Familie Rivers nach Indianapolis umgezogen, was unmittelbar zur Verdopplung der Einwohnerzahl führte.

Spaß beiseite, hier die Neuigkeiten vom Team mit dem Hufeisen in der gebotenen Kürze:

DIe aktuelle ist die letzte Woche mit sog. organised Team Activities, die in der Coronapandemie aus Zoom-Meetings und Workouts on remote bestehen. Ab nächster Woche werden die Spieler nicht mehr von Coaches begleitet. Die Spieler, mit Ausnahme der Rookies, werden am 28.07. im Training Camp erwartet.

Rivers organisiert derzeit Workouts mit den Colts Wide Receivern, um sich bestmöglich auf die Saison vorzubereiten. Running Backs Coach Tom Rathman hat nochmals bestätigt, dass man die Snaps auf der Position unter Mack und Taylor aufteilen will. Die vermeintlichen Fumbling Issues von Taylor am College dürften unter Rathman, der quasi vom Thema Ball Security besessen ist, ausgetrieben werden.

Der neue Defensive Line Coach Brian Baker freut sich auf DeForest Buckner und beabsichtigt Spieler wie Defensive Tackle / End Tyquan Lewis flexibler einzusetzen. Auch Baker hebt Defensive Tackle Grover Stewart hervor, der in dieser Offseason – aufgrund guter Leistungen in der letzten Saison – viel Hype abbekommt.

Zuletzt noch ein kleiner Fakt für die ganz verrückten Glücksspieler unter euch: Indy hat – Stand jetzt – nicht nur einen der einfachsten Schedules, sondern auch noch eine der kürzesten Reisestrecken über die Saison verteilt.

Jacksonville Jaguars (Friedrich, @bcb_germany)

Wie überall in der NFL stand die Woche ganz unter dem Eindruck der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Owner Shad Khan hat sich mit sehr persönlichen Worten zu den Protesten geäußert und hierbei von seinen eigenen Erfahrungen als Einwanderer aus Pakistan erzählt. Unter den Spielern sind besonders Chris Conley und Leonard Fournette sehr meinungsstark aufgetreten und haben eine Demonstration des Teams angeführt. Auch die anderen Spieler und auch die Trainer machen im sehr konservativen Jacksonville ihre Stimme deutlich hörbar und nutzen ihre Reichweite zum friedlichen Protest.

Tennessee Titans (@GermanTitans_EV)

AFC West

Denver Broncos (Jonas, @JonasDerksen)

Über das Statement von John Elway und Vic Fangio zur aktuellen Situation in den USA möchte ich in diesem Newsletter nicht ausführlich reden, dafür fehlt hier einfach der Platz. Falls es einige interessiert, auf meinem Twitter Handle habe ich zu beiden etwas geschrieben.

Es scheint so, als wenn das Statement von Fangio einfach unüberlegt, beziehungsweise ungünstig formuliert war. Am Tag danach hat er sich mit seinen Spieler darüber ausgetauscht und daraufhin seine Aussagen nochmal klargestellt und näher erläutert. Den genauen Wortlaut findet ihr hier.

Am Freitag fand in Denver ein lokaler Protest gegen Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten statt. Spieler, Coaches und Verantwortliche begleiteten den Protest. Neben Spieler wie Justin Simmons  oder Jeremiah Attaochu hielt auch Von Miller eine Rede, hier ein kurzer Ausschnitt:

“The time is always right to do what’s right. Once we have awareness, we’ve got to use our moral compass to make decisions on what’s right. Black, white, it doesn’t matter. It’s 2020. Muhammad Ali, Kareem Abdul-Jabbar, Jim Brown are still fighting this fight, and it’s up to us to keep it going.“

Auch wenn es momentan relevantere Dinge gibt, aber wir haben einige auch sportliche „News“. Drew Lock trainiert privat mit einigen seiner noch jungen Wide Receiver. Dabei soll besonders Jerry Jeudy positiv auf sich aufmerksam gemacht haben.

Nachdem Roger Goodell die Regeln für das Zurückkehren zu den Team Facility’s gelockert hatte, konnte am Freitag alle Coaches ihre Arbeit am UCHealth Training Center wieder aufnehmen und mit der, wenn auch noch ungewohnte Saisonvorbereitung, weiter fortfahren.

Kansas City Chiefs (Andri, @toender1)

Eine weitere langweilige Woche in Kansas City. Noch 10 Sonntage bis die Pre-Season beginnt!

Las Vegas Raiders (Philip, @phlp93)

Nach dem sich Rookie Wide-Receiver Henry Ruggs III bei einem privaten Umzug eine Art Schnittwunde an der Hüfte zuzog, bestätigte ESPN-Reporter Paul Gutierrez, sowie Ruggs Vater, dass die Verletzung nicht weiter schlimm sei und der Speedster zu Saisonbeginn fit wird. Die Raiders haben sich und werden sich auch wohl zu dem Vorfall öffentlich nicht äußern, aus Respekt vor der medizinischen Privatsphäre von Ruggs.

Am Mittwoch wurde im neuen Allegiant Stadium in Las Vegas die Al Davis Memorial Torch (Fackel zu Ehren des früheren verstorbenen Besitzers Al Davis) entzündet. Mit dabei waren u.a. Ex-Raiders Akteur Marshawn Lynch, Super-Bowl-Gewinner-Coach John Madden und der in der Bay geborene Rapper MC Hammer und viele mehr. Vor jedem Heimspiel würdigen die Fans Al Davis mit dem Entzünden der Flamme.

Al Davis sagte einst “the fire that burns brightest in the Raiders’ organization is the will to win”, also “das Feuer, dass in der Raiders Organisation am hellsten brennt, ist der Wille zum Sieg.”

Nachdem die NFL es den Coaches wieder gestattet hat, in die Team Facility’s zurückzukehren, sollte das Team um Headcoach Jon Gruden die Arbeit im neuen Headquarter in Henderson zeitnah aufnehmen und nicht nach Napa zurückkehren.

Los Angeles Chargers (Sebastian, @seppmaster56)

Es war keine schöne Woche für die LA Chargers. Am vergangenen Freitag stürzte ein Bauarbeiter vom Dach des SoFi Stadions, der neuen Heimstätte der Chargers und LA Rams. Der Mann stürzte aus einer Höhe von mindestens 18 Metern in den Tod. Die Bauarbeiten wurden in Gedanken an den Verstorbenen vorübergehend eingestellt.

Ebenfalls verstorben ist der Ex-Charger Reche Caldwell. Der Wide Receiver wurde laut seiner Mutter bei einem versuchten Überfall in Tampa, Florida erschossen. Mehrere Menschen hatten ihn versucht nach einem Date mit seiner Freundin auszurauben, ehe sie ins Bein und in die Brust schossen. Caldwell wurde 2002 von den Chargers gedraftet und spielte vier Jahre für die Chargers. In dieser Zeit gelangen ihm 76 Receptions, 950 Yards und sieben Touchdowns.

Eine weitere verstörende Nachricht gab es von Defensive End Isaac Rochell. Der 25-Jährige schrieb auf Twitter, dass sogar ihm Rassismus widerfahren ist: „Ich wurde eben IN MEINEM APARTMENT KOMPLEX gefragt, ob ich hier wohne, was meine Wohnungsnummer ist und ob ich ein Räuber bin. Schwarz zu sein sollte kein Vorwurf sein. DAS IST DER GRUND, WARUM MENSCHEN PROTESTIEREN UND SICH VERÄNDERUNGEN WÜNSCHEN.“

NFC

NFC East

Dallas Cowboys (Patrick, @kampfokapi)

Auch diese Woche war bei den Cowboys verdächtig still. So still, dass das Fan- und Presseumfeld zunehmend unruhig wurde. Dass sich die Dallas Cowboys in Person von Eigentümer und General Manager Jerry Jones, der zu den lautstärkeren Eigentümer der NFL gehört und den Wahlkampf von Donald Trump finanzstark unterstützte, nicht zu politischen Themen äußern und die Fragen der Presse meiden, ist untypisch.

Im Laufe der Woche veröffentlichten die Cowboys nun ein Video mit einem Statement zu rassistischer Polizeiungerechtigkeit. Dieses Video wurde über eine Woche nach dem Tod von George Floyd und den daraus resultierenden Demonstrationen veröffentlicht. Das Video zeigt Statements von namenhaften Spielern, wie Dak Prescott, Ezekiel Elliott und Sean Lee, aber auch von Polizisten, Politikern und Richtern.

Im Video wird angegeben, seit zwei Jahren im Dialog über soziale Ungerechtigkeiten zu sein. Auch die Statements von Spielern wie Byron Jones, der mittlerweile bei den Miami Dolphins unter Vertrag steht, legen den Schluss nahe, dass dieses Video schon längere Zeit in Produktion gewesen sein muss.

Das Video wurde sehr kritisch im Umfeld der Dallas Cowboys aufgenommen.  In den sozialen Medien wurden Stimmen laut, die enttäuscht waren, dass dieses Statement so spät veröffentlicht wurde. Auch, dass Jerry Jones nicht im Video auftaucht und auch bis heute kein persönliches Statement abgegeben hat, wird kritisiert. Viele Fans verwiesen auf das Verhalten von Jerry Jones, der bei den Protesten von Spielern während der Hymne seine Spieler aufforderte zu stehen und Spielern drohte sie zu feuern, sollten sie weiterhin protestieren.

New York Giants (Emil, @schnapke/ @GiantsGER)

Es ist ruhig in New York, aber nicht mehr lange. Das Quest Diagnostics Training Center der Giants und ihre restlichen Team Facilities dürfen unter Auflagen wieder aufmachen. Demzufolge können der Trainerstab und Front Office Mitarbeiter wieder an die Arbeit gehen. Wann und wie genau die Spieler mit dem Workouts und Trainings vor Ort anfangen können ist allerdings noch nicht geklärt. Man merkt, es nimmt langsam fahrt auf!

Philadelphia Eagles (Jessica, @footballjessy)

Die Eagles haben auf die überdurchschnittlich hohen Verletzungen der letzten Saison reagiert und sich in der Off Season unter anderem von zwei Athletik-Trainern getrennt. Mit den Verpflichtungen von Ted Rath (als Director of Sports Performance) und Tom Hunkele (Direcotr of Sports Medicine) möchte man diese Problematik angehen, da beide von Teams kommen, die in den vergangenen Jahren sehr niedrige Verletzungsquoten hatten.

Angesichts der noch immer eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten betreiben die Teammitglieder zurzeit private Zusammentreffen um das Teamgefüge zu steigern. So hatte Fletcher Cox kürzlich seine Defense Line-Kollegen im eigenen Haus zu Gast, während Carson Wentz in den vergangenen Tagen mehrere Wide Receiver zu Gast hatte, darunter Rookie Jalen Reagor und Neuzugang Marquise Goodwin.

Der lange verletzte Defensive Tackle Malik Jackson äußerste sich in einem Interview zur Drew Brees-Kontroverse der vergangenen Woche. Er freut sich besonders auf das Match gegen die Saints in Woche 14, da er Brees’ Entschuldigung als Unehrlich ansieht. Brees habe sich damit nur reinwaschen wollen, im Wissen, dass er in einer Stadt und einem Staat mit überdurchschnittlich vielen schwarzen Mitbürgern spielt und lebt.

Der Wechsel von Ex-Eagle Timmy Jernigan zu den Houston Texans scheint sich zerschlagen zu haben.

Washington Redskins  (Jonas, @simon19481)

NFC North

Chicago Bears (Alex, @shuric8)

Am vergangenen Montag starteten die Chicago Bears ihre OTAs auf eine ganz andere Art und Weise als in den vergangenen Jahren. Dies lag nicht nur an virtuellen Format. Headcoach Matt Nagy hat in der zweistündigen Sitzung nicht über Football gesprochen, sondern die Zeit genutzt um seinen Spielern zu zuhören und sie zu unterstützen. Mehr als 40 Spieler meldeten sich zu Wort und teilten ihre Gefühle und Geschichten zum Thema soziale Ungerechtigkeiten anderen mit.

Am Freitagmorgen berichtete Manish Mehta von den New York Daily News, dass das Front Office der New York Jets mit Kyle Long gesprochen hat, ihn aus dem Ruhestand zu holen. Kurze Zeit später meldete sich der 31-jährige Long zu Wort und dementierte die Berichte. Doch obwohl er nach seiner letzten aktiven Saison 2019 „Bear for Life“ twitterte, hat er das Wort „Ruhestand“ stets in Interviews vermieden. Trotzdem erscheint es als sehr unwahrscheinlich, dass Long seine Stollen wieder schnüren wird, denkt man an seine vielen Verletzungen in den letzten Jahren.

Detroit Lions (Manuel, @_ManDet_)

Die Lions werden am 10. Juni anfangen, langsam aus der virtuellen Phase der Offseason raus zu kommen. Die ersten Mitarbeiter dürfen dann wieder in Allen Park und Ford Field anwesend sein. Inwieweit sich das positiv auf die Vorbereitung auswirkt, steht in den Sternen. Es bleibt abzuwarten, wann die Spieler wieder gemeinsam auf dem Trainingsfeld stehen dürfen. Ansonsten gibt es auch aus der Motor City keine Neuigkeiten.

Green Bay Packers (Max, @KaesekopfDE)

Minnesota Vikings (Jonas, @JonasStaerk)

Die virtuelle Off-Season der Minnesota Vikings ist in vollem Gange. Seit gestern hat das Programm jedoch einen Teilnehmer weniger. Da er nach wie vor keinen neuen Vertrag hat, zieht sich Running Back Dalvin Cook von sämtlichen Teamaktivitäten zurück. Cooks Rookie-Vertrag läuft zwar noch bis zum Ende der kommenden Saison, doch der Pro Bowler möchte bereits vor der kommenden Spielzeit einen hoch dotierten Vertrag erzwingen. Laut verschiedenen Berichten liegen seine Forderungen bei einem Jahresgehalt zwischen 13 und 16 Millionen Dollar.

Realistisch gesehen sind seine Chancen auf ein solches Gehalt eher gering. Die Vikings sind nach wie vor in einer angespannten Cap-Situation und haben mit Safety Anthony Harris einen weiteren Spieler, der auf einen großen Vertrag wartet, zumal Harris wegen seiner deutlich wertvolleren Position Vorrang haben müsste. Zudem gibt es Gerüchte um eine Reduzierung des Salary Caps in der kommenden Off-Season wegen Gewinneinbußen durch die Covid-19-Pandemie.

Auch das neue Collective Bargaining Agreement (CBA) spielt Cook nicht in die Karten, da er bereits bei einer Abwesenheit im Training Camp die kommende Saison nicht vor seiner Free Agency angerechnet bekäme. Da er in diesem Fall nur drei angerechnete Saisons vorweisen könnte, wäre Cook im kommenden Jahr nur ein Restricted Free Agent.

NFC South

Atlanta Falcons (@alesantoz)

Endlich!

Aufgrund der Corona-Krise war es die ganze Zeit untersagt. Doch jetzt konnte Running Back Todd Gurley endlich nach Atlanta reisen und sich den medizinischen Untersuchungen unterziehen, die noch nötig waren.
Viel wurde in letzter Zeit spekuliert über den Gesundheitszustand seines linken Knies. Todd Gurley selbst sah sich sogar genötigt Videos seines Fitnesszustandes zu zeigen. So postete er ein Video, in dem er einbeinig auf einem Balance-Kissen und einer Kettle-Bell trainierte. Während das andere Video ihm bei einbeinigen Kniebeugen mit vielen Gewichtsscheiben zeigt.
Auch Falcons Quarterback Matt Ryan gab sein Statement zu Todd Gurley: “Er ist in einem fantastischen Fitneßzustand und er ist ein besonders aufmerksamer und interessierter Teammate. Er nimmt Aufgaben und Ratschläge sofort an und man muss sie ihm kein zweites Mal sagen”!
Letztlich hat er den medizinischen Test bestanden und er kann sich somit voll und ganz auf die Saison vorbereiten.

Carolina Panthers

New Orleans Saints (Raphael, @whodat_germany)

Wir versprechen uns nie wieder zu beschweren, dass die Woche langweilig war. Es begann alles letzte Woche Mittag, als Drew Brees ein Interview für Yahoo gab. Dabei sagte er, angesprochen auf das Knien bei der Nationalhymne der USA, dass er niemals Verständnis aufbringen kann, wenn die Flagge der USA so respektlos behandelt wird. Er sagte, dass die früheren Generationen in seiner Familie für diese Flagge gekämpft haben, für die Freiheit und die Sicherheit. Nur wenige Minuten als das Interview online zu sehen war, brach ein Shitstorm über ihn her. Die eigenen Spieler, allen voran Wide Receiver Michael Thomas und Safety Malcolm Jenkins kritisierten ihn daraufhin öffentlich. Auch andere Spieler aus der NFL, aber auch aus der NBA meldeten sich lautstark auf ihren social Media Kanälen. Als am Abend in der Stadt New Orleans die Menschen wieder auf die Straßen zu demonstrieren gingen, hörte man sie „Fuck Drew Brees“ skandieren.

Am nächsten Tag folgte ein Post von Drew Brees auf Instagram, bei dem er sich öffentlich entschuldigte, jedoch für viele auch hier die falschen Dinge ansprach. Den Höhepunkt erreichte man, als sich Donald Trump einschaltete und sich als Fan von Drew outete. Unmittelbar danach kam ein Statement, dass viele überraschte. Drew Brees, der sich in den letzten Jahren immer wieder an der Seite von Donald Trump zeigte, widersprach ihm öffentlich und stellte klar, dass es bei den Protesten nicht um die Flagge ging. Einige Spieler sollen sich mit ihm in Verbindung gesetzt haben und ihre alltäglichen Erfahrungen mit dem Thema Rassismus geäußert haben. Das hat offenbar ein Umdenken bewirkt.

Nebenher hat Michael Thomas zusammen mit weiteren Spielern aus der NFL abgesprochen ein Video veröffentlicht, in dem sie als NFL Spieler sich gegen Rassismus aussprechen. Eine wichtige Botschaft, die Millionenfach angesehen wurde.

Tampa Bay Buccaneers

NFC West

Arizona Cardinals (Sebastian, @GermanBirdgang)

Bei den Cardinals ging es diese Woche vor Allem um die Unterstützung der Protestierenden und Bekämpfung des Rassismus. Larry Fitzgerald, der in Minneapolis, der Stadt in der George Floyd von den Polizisten umgebracht wurde, aufgewachsen ist, hat in einer Gastkolumne der New York Times gesagt, dass sich die Stadt verändert hat und für ihn „nicht mehr die Stadt meiner Jugend“ ist.

Neuzugang und ehemaliger Clemson University-Student DeAndre Hopkins fordert sogar durch eine Petition, dass an seinem alten College ein akademisches Programm, das Calhoun Honors College, einen neuen Namen erhält. Denn John C. Calhoun führte in den 1830er- und 1840er-Jahren im Senat die Pro-Sklaverei-Fraktion an und war auch im Gesetzbuch ein starker Befürworter der Sklaverei. Deshalb ist es wohl klar, warum Hopkins sich für die Namensänderung einsetzt.

Head Coach Kliff Kingsbury und das Front Office mit Owner Michael Bidwill haben den Spielern volle Unterstützung zugesprochen.

In Sachen Football hat Kingsbury einen kleinen Startschuss für QB Kyler Murray gegeben um mit seinen Receivern zu trainieren. Die Coaches haben sich derweil vorerst darauf geeinigt, weiterhin virtuelle Meetings abzuhalten, anstatt zurück in die Arbeitsräume im Teamgebäude zu gehen, damit sie aus dem aktuellen Workflow nicht herausbrechen.

Los Angeles Rams (Simon Hertlein (@Simon Hertlein) und Marcel (@MBordon13))

Der Bau des Sofi Stadium, der neuen Heimspielstätte der Rams, steht aktuell unter keinem guten Stern. Nachdem vermeldet wurde das die Zahl der Arbeiter welche sich mit Covid-19 angesteckt haben auf insgesamt 12 gestiegen ist, davon 9 in den letzten 8 Tagen ist es zu einem weiteren dramatischen Zwischenfall auf der Baustelle gekommen. Ein 30 jähriger Mann ist bei Dacharbeiten des Stadions 30 Meter in die Tiefe gestürzt und leider verstorben.
Die Arbeiten ruhen solange der Vorfall untersucht wird.

Natürlich hatten auch die Rams eine Teambesprechung zur aktuellen Lage in den USA. Ergebnis hierbei war das sowohl Trainer Sean McVay als auch General Manager Les Snead die Spieler bei jeder Form von Protest unterstützen werden.

San Francisco 49ers (Lars, @LarsRiedenklau/@49ersEmpireGER)

Seattle Seahawks (Max, @hummelmax/@SeaHawkersGER)

Dass auch bei den Akteuren der Seattle Seahawks aktuell das Augenmerk auf den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt liegt, ist richtig und wichtig. Im sportlichen Bereich ist es dadurch (und durch das Coronavirus) weiterhin recht still. Durch die Fokusverlagerung bleibt Zeit, ein paar Reaktionen einzufangen – und für einen nachhaltigen Kampf gegen Rassismus zu werben.

Cheftrainer Pete Carroll spricht in seinem Podcast vor ein paar Tagen zusammen mit den zwei Basketball-Größen Steve Kerr und Gregg Popovich über Rassismus. Zu hören sind drei ältere, weiße Männer, die in ihren Redebeiträgen keinesfalls einen belehrenden, sondern einen selbstkritischen und besonnenen Ton treffen.

Der schwarze Seahawks-Reporter Mike-Shawn Dugar (The Athletic) räumt in seinem Podcast derweil mit den immer gleichen Vorurteilen auf, mit denen Gegner der Proteste vom Kern der Rassismus-Problematik ablenken. Er geht zudem darauf ein, wie einzelne Seahawks-Spieler mit dem Thema umgehen.

Russell Wilson und Bobby Wagner beispielsweise äußerten sich gegenüber Medienvertretern so emotional wie nie zuvor und dennoch mit klaren Gedanken. Viele ihrer Teamkollegen meldeten sich auf Twitter (Lockett, Dickson, Metcalf, Brown zum Beispiel). Der Ex-Seahawk Michael Bennett veröffentlichte 2018 ein autobiografisches Buch mit dem Titel “Things That Make White People Uncomfortable”, in dem er auch auf seine Erfahrungen mit Rassismus eingeht.

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